| Wie Trauma Aid ausbildet |
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Trauma Aid hat sich zum Ziel gesetzt, die Traumabehandlung von Menschen, die Gewalt oder anderen seelischen Belastungen ausgesetzt waren, zu verbessern. Zu diesem Zweck werden Traumatherapeuten ausgebildet, vornehmlich in Ländern, in denen die Psychotraumatologie noch nicht verbreitet ist. Grundlage dabei ist europäischer Ausbildungsstandard. Der Grundkurs in Psychotraumatologie führt Psychotherapeuten in die spezielle Problematik der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen ein. Zur Grundlagenvermittlung gehören Kenntnisse in Diagnostik, zum Beispiel spezifische Tests, systemische Perspektiven wie auch neue Erkenntnisse in Neurobiologie. Darüber hinaus wird als Basis jeder Traumabehandlung die Stabilisierung des Patienten fokussiert, hierzu gehören imaginative und hypnotherapeutische Verfahren. Ein weiterer Baustein des ersten Trainings sind erste spezielle traumakonfrontierende Techniken. Im zweiten Training werden Informationen zur Differentialdiagnostik, Komorbidität (Begleiterkrankungen) und speziell zur Unterscheidung zwischen einfacher Traumatisierung und komplexen Traumafolgestörungen gelehrt. Kernstück des zweiten Trainings ist der erste Teil eines EMDR-Trainings, einer Methode, die mit Hilfe von bilateraler Stimulation in verschiedenen Phasen der Behandlung Augenbewegungen, Töne oder kurze Berührungen zum Beispiel des Handrückens (so genannte "Taps"), einsetzt und darüber den Aufbau psychischer Kräfte (Ressourcen) und die Bearbeitung belastender (traumatischer) Erlebnisse, die an der Auslösung vieler psychischer Erkrankungen mit beteiligt sind, fördert. Weiterhin enthält die EMDR-Methode Elemente vieler wirksamer Psychotherapieansätze, die, strukturiert eingesetzt, große Behandlungseffekte erreichen. Zu diesen Elementen gehören psychodynamisch/tiefenpsychologische, kognitiv-verhaltenstherapeutische, interpersonelle und körpertherapeutische Ansätze. Hauptthema sind im dritten Training die komplexen Traumafolgestörungen. Neben der Diagnostik von komplexer Traumatisierungen und von dissoziativer Störungen und werden relevante wichtige neurobiologischen Grundlagen vermittelt. Als traumakonfrontative Methoden stehen hypnotherapeutische Verfahren und die Fortgeschrittenenausbildung in der EMDR-Methode im Mittelpunkt. Modifikationen der entsprechenden Techniken werden ebenso vermittelt wie die Arbeit mit fragmentierten Erinnerungen und inneren Anteilen, die insbesondere bei hoch dissoziativen Klienten angewandt werden. Um die entsprechende Qualität der Behandlungen unserer Teilnehmer zu überprüfen und zusätzliche Feinheiten in der Therapie zu vermitteln sind regelmäßige Supervisionen, die zwischen den Trainings durchgeführt werden, unabdingbar. Bei diesen Treffen stellen die Teilnehmer eigene Patienten und deren Behandlungsverläufe vor. Im gemeinsamen Gespräch werden Diagnose, Indikationsstellungen, Behandlungsplanung und therapeutische Interventionen diskutiert und auf die jeweilige Behandlung abgestimmt. Für die Qualifikation als Supervisor ist eine mehrjährige Erfahrung in der Behandlung traumatisierten Patienten und Patientinnen notwendig. Ein zukünftiger Supervisor muss viele Patienten mit unterschiedlichen Diagnosen erfolgreich behandelt und eine hohe Sicherheit in der Anwendung der verschiedensten Verfahren entwickelt haben. Zusätzlich muss er, um selbst effizient andere Kollegen bei deren Behandlung beraten und unterstützen zu können, ein fundiertes theoretisches Wissen erlangt und die Fähigkeit haben, dieses mit entsprechenden didaktischen Fähigkeiten kulturspezifisch an die Kollegen weitergeben zu können. Als nächster Schritt in der Ausbildung steht das Facilitatoren-Training an. Hier werden Supervisoren im Traumabereich Skills vermittelt, möglichst effizient und korrekt Kollegen in der Kleingruppenarbeit während der Ausbildungsseminare bei Seite stehen zu können. Der letzte Schritt der Ausbildung ist der zum Trainer. Dies erfordert in der Regel eine langjährige therapeutische Erfahrung und ein ausgezeichnetet theoretisches Wissen, das sich nicht nur auf den Traumabereich allein beziehen darf. In der Regel wird diese Qualifikation nur von sehr wenigen Teilnehmern erreicht, da in unseren Trainings als Basis ein europäischer Standard vorausgesetzt wird. Helga Mattheß |

