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Projekt China

In der Volksrepublik China ist die Psychotherapie noch nicht sehr weit entwickelt. Die Folgen der häufigen psychischen Traumatisierungen in dem Land – etwa durch Flutkatastrophen, Bergwerksunfälle und Erdbeben – werden meist nicht oder nicht ausreichend diagnostiziert und behandelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Behandlung psychischer Erkrankungen in China nicht von den Krankenversicherungen bezahlt werden.

Im Jahr 2002 suchten die Therapeutin Xin Fang, die in Deutschland promoviert worden war, und Mingyi Qian, Lehrstuhlinhaberin im Psychologischen Institut der Peking University, den Kontakt zu Trauma Aid Deutschland. Sie luden die Trauma Aid-Vorsitzende Helga Mattheß und weitere zehn Ausbilder nach Peking ein, um dort das erste EMDR-Training auf die Beine zu stellen. Die Ausbildung begann im August 2005 mit 37 Teilnehmern. 34 von ihnen konnten schließlich 2005 ihre Zertifikate als EMDR-Traumatherapeuten entgegennehmen. Außer diesem Kurs fanden drei weitere statt, in Sichuan (von 2008 bis 2010), noch einmal in Peking sowie in Harbin (jeweils von 2009 bis 2011). Finanziert wurden die Kurse von Trauma Aid Deutschland und von HAP Europe.

 

 

Seitdem arbeiten im China 161 Therapeuten mit abgeschlossener EMDR-Ausbildung. Weiterhin gibt es die zertifizierten 34 EMDR-Therapeuten, vier Supervisoren und zwei EMDR-Trainer.

Seit 2009 existiert die Organisation EMDR and Trauma Therapy Working Group, kurz: EMDR China, unter dem Dach der China Association für Mental Health. EMDR China hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr EMDR-Trainings auf hohem Standard in China zu organisieren, die Therapiemethode in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und letztlich eine Organisation wie Trauma Aid in China zu gründen.

Die Kenntnisse über Traumata und ihre Behandlung sind in China nicht sehr verbreitet. Aber das ändert sich langsam, beispielsweise auf Grund des Erdbebene in Sichuan 2008, durch das Öffentlichkeit und Medien erfuhren, wie notwendig eine Behandlung der seelischen Katastrophenfolgen ist. Auch wurden von Trauma Aid ausgebildete Therapeuten in einem Programm eingesetzt, in dem rund 1000 Frauen und Mädchen betreut wurden, die aus den Fängen von Menschenhändlern befreit worden waren.

 

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Letzte Aktualisierung: Dienstag, 15. Mai 2012 um 21:27